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Geschichte des Großen Preises

1952 wird das Turnier zu Ehren des Ringers Werner Seelenbinder vom Verein Motor Polygraph Ost und dem Ringerbezirksfachausschuss Leipzig im nationalen Rahmen ins Leben gerufen.

Von 1953 - 1956 finden die Wettkämpfe im nationalen Rahmen zunehmende Beteiligung.

1957 wird das Turnier als internationale Großveranstaltung in Berlin ausgetragen und 1958 mit vielen ausländischen Gästen wiederholt.

Ab 1959 - 1960 ist es wieder in Leipzig. Die Anzahl der Teilnehmer steigt. Das erfordert große Anstrengungen der Organisatoren. Austragungsort ist die Leipziger Kongresshalle.

Seit 1961 werden die Kämpfe in der neuerbauten Ernst-Grube-Halle der DHfK mit 1.000 Ringern auf 10 Matten ausgetragen.

1962 kommt das Internationale Gedenkturnier zu Ehren Werner Seelenbinders in den FILA-Wettkampfkalender.

1963 steht das Turniers unter dem Motto »Für Frieden und Völkerfreundschaft«. Eine große Anzahl von Ringern ist in den Wettkampflisten eingetragen, darunter 140 ausländische Teilnehmer.

1965 - 1976 wird der Beschluss gefasst, das Turnier auf ein höheres Niveau zu heben. Die Anzahl der Teilnehmer wird auf 300 begrenzt.

1977 kommt das Turnier letztmalig in der Sporthalle Leplaystraße zur Austragung, denn die neuerbaute Messehalle 7 auf dem jetzigen alten Messegelände ist für Messe-, Kultur- und Sport-veranstaltungen vorgesehen.

1978 ziehen die Ringer in die neue Messehalle ein. In Leipzig finden in dieser Zeit im Auftrage der FILA Untersuchungen, Tests, Proben neuer Wettkampfregeln und inhaltsreiche Kampfrichterlehrgänge während der Turniere statt.

1982 erhält der DRV der DDR mit seinen Organisatoren den Zuschlag der FILA, die Jugend-Europameisterschaften (JEM) durchzuführen.

Nochmals ruft Leipzig die Ringer der Welt in den Jahren 1983 und 1984. Die besten Ringer aus vier Kontinenten reisen an. Die FILA kontrolliert und spendet Lob für die Organisation. Dieses Turnier wird zur Probe für die Europameisterschaften, die 1985 an Leipzig vergeben werden.

1985 das große Ereignis für Leipzig. Jubel für einen Leipziger Ringer: Lutz Remus wird Europameister.

Von 1986 bis 1989 findet das Turnier wieder regelmäßig in beiden Stilarten (übrigens an drei Tagen) in Leipzig statt.

1989 wird das Turnier zum 30. Male ausgetragen und erhält den Status eines Jubiläums-Turniers. Damit endet die Geschichte der internationalen Werner-Seelenbinder-Turniere.

1990 muss das Turnier, begründet durch die Wende, abgesagt werden. Mit der deutschen Einheit kommt es auch zur Vereinigung der beiden Ringerverbände. Der gegründete Ringer-Verband Sachsen wünscht die Weiterführung der FILA-A-Turniere im Osten. Dem Wunsch wurde in Regensburg 1990 entsprochen. Von nun an hat das älteste FILA-Turnier seinen Fortbestand. Unter dem Namen »Großer Preis der Bundesrepublik Deutschland« wird es in Leipzig durchgeführt.

1992 trifft sich die Weltelite auf den Matten in Leipzig in der Sporthalle Brüderstraße, allerdings nur in der Stilart Freier Ringkampf.

1993 freut sich Leipzig erneut auf den Großen Preis. 20 Nationen sind angereist und werden vom Präsidenten Herrmann Schwindling begrüßt. Zum 32. Male kann das FILA-A-Turnier ausgetragen werden.

1994 wird es aus finanziellen Gründen nach Wiesental verlegt.

1995 ist der Große Preis wieder in Leipzig. Atlanta steht vor der Tür und in dieser Hinsicht wird eine Standortbestimmung für die Weltmeisterschaften vorgenommen.

1996 steht der Große Preis im Zeichen der Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in Atlanta.

1997 fällt er nochmals aus.

Von 1998 bis 1999 ist der Große Preis wieder in Leipzig, um sich für 2000 zu empfehlen.

Der Große Preis 1998 wird zum Testturnier der FILA. Regelveränderungen im Sinne der Attraktivitätssteigerung der Ringerveranstaltungen, der Überschaubarkeit für Zuschauer und Medien und der Handlungsinitiative der Aktiven werden überprüft. Natürlich dient der Große Preis zur Standortbestimmung für die Olympischen Spiele 2000 in Sydney. Daß die FILA an die Organisatoren des Großen Preises eines der fünf Olympiaqualifikationsturniere vergeben hat, verpflichtet. In der Ernst-Grube-Halle der jetzigen Sportfakultät der Universität Leipzig kämpfen auf drei Matten die Ringer der Welt um den Sieg.




Wie die Ringer laufen lernten

Wir wollen hier ein wenig über die bewegte Geschichte unserer Sportart berichten. Viele Episoden sind vielleicht schon bekannt, einige haben uns beim Erstellen der Geschichten oft schmunzeln lassen. Viel Spaß.

4000 v.u.Z.
Die ersten Spuren des Ringens finden wir bei den nomadischen Steppenvölkern Asiens. Sie wetteiferten im Bogenschießen, im Reiten und Ringen.

3400 v.u.Z.
Das erste systematische Ringertraining praktizierten ägyptische Soldaten, die Kämpfe vor Zuschauern bestritten.

3000 v.u.Z.
In China entstanden erste Ringerschulen mit festgelegten Griffen.

2900 v.u.Z.
Der sumerische Nationalheld Gilgamesch ringt mit Enkidu. Das Epos berichtet: »Sie ruinierten den Türpfosten, die Mauer wankte, aber Gilgamesch und Enkidu hielten einander noch immer am Gürtel. Wie erfahrene Ringer rangen sie.«, 400 Jahre später wird in Mesopotanien eine Kupferplastik gefertigt, die an das heroische Duell erinnert.

2500 v.u.Z.
Eine Darstellung in den Gräbern von Bani Hasan (Ägypten) zeigt 400 Ringerszenen.

708 v.u.Z.
Ringen wird in das olympische Programm aufgenommen. Der erste Sieger heißt Euribote. Es gibt feste Regeln: Verboten sind Kratzen, Beißen, Schlagen mit der Faust, Bestechung und Zauberei. Es gibt keine Gewichtsklassen und kein Zeitlimit beim orthe?pale? (Aufrechtes Ringen). Besiegt ist derjenige, der zum dritten Mal zu Boden gegangen ist, oder kampfunfähig ist durch Knochenbruch oder Tod. Für einen Olympiasieg werden bis zu 500 Drachmen ausgesetzt, dazu gibt es viele Vergünstigungen. Der Held muß zeitlebens keine Steuern mehr zahlen. Pech für ihn nur, wenn ein Krieg ausbricht. Dann zieht der Olympiasieger in vorderster Reihe in die Schlacht.

658 v.u.Z.
In Japan wird die erste Gilde der Sumo-Ringer gegründet.

540 v.u.Z.
Milon von Kroton ist der größte Athlet der Antike. Von 540 bis 516 beherrscht er das olympische Ringen. Wie er das macht, erklärt sein Ernährungsplan. Die Legende weiß von täglich 17 Pfund Fleisch, 17 Pfund Brot und 10 Litern Wein. Die Chronik des Sports berichtet: »Unter stürmischen Beifall des Publikums trägt Milon einen vierjährigen Ochsen rund um die Laufbahn des Stadions, tötet ihn mit einem einzigen Faustschlag auf die Stirn und ißt ihn noch am selben Tag bis zur letzten Faser auf«.

512 v.u.Z.
Das Ende einer großen Sportlerkarriere. Milon gibt nach langem Kampf gegen Timasitheos aus Kroton auf.

500 v.u.Z.
Bei den Etruskern steigt das Interesse am Ringen, Zuschauerliebling bleibt jedoch das mörderische Hantelboxen.

192 v.u.Z.
Daß es nicht unbedingt von Nutzen ist, sich als Staatsmann einen Ringer zum Leibwächter zu nehmen, muß der römische Kaiser Commodus erfahren, der von seinem Beschützer erwürgt wird.

108 v.u.Z.
Chinesische Ringerfans nehmen die beschwerliche Anreise von über 100 Kilometern auf sich, um Wettkämpfen am Hof des Kaisers Wu Ti beizuwohnen.

50 v.u.Z.
In Rom klagt Cicero, daß Schüler oft ihrem Lehrer beim wissenschaftlichen Unterricht davonlaufen, um sich im Ringkampf zu üben.

23 v.u.Z.
Im Jahre 23 v.u.Z. fanden Ringkämpfe am Hof von Sainin Tenno in Kyoto statt. Der Sieger mit dem Namen Sukane Nomiro wird zum höchsten Beamten Japans ernannt.

20 v.u.Z.
Der römische Dichter Properz berichtet von Mädchen-Ringkämpfen in Sparta.

Im Jahre 390
In Rom verbietet Kaiser Theodosius das Ringen.

Im Jahre 730
Der englische Held Beowulf reißt beim Ringen einem Gegner den Arm aus.

Im Jahre 1119
Ritter reiten und stechen nicht nur. Beim Turnier in Göttingen werden auch Wettkämpfe in der sonst eher bäuerlichen und bürgerlichen Disziplin Ringen bestritten.

Im Jahre 1171
Der Philosoph und Rabbi Maomonidis empfiehlt den Juden Leibesübungen allerArt, darunter auch das Ringen.

Im Jahre 1200
Profi-Ringer aus Persien, Indien und Mittelasien kämpfen an mohammeda-nischen Fürstenhöfen in Indien. Auch im Großreich der Inkas wird gerungen.

Im Jahre 1215
Beim Volksfest der Mongolen bietet Dschingis Khan auch Ringkämpfe. In der Schweiz entsteht bei einem Fest der Kantone das »Schwingen« (Ringen mit Kleidern).

Im Jahre 1221
Skandal im ehrwürdigen Westminster: Einwohner haben direkt vor der Kirche St. Mathilda einen Ringkampf veranstaltet.

Im Jahre 1382
Die Türken erobern Sofia und fuhren das Ringen in Bulgarien ein.